Mehrwertsteuer auf Verschreibungspflichtige Medikamente
Gesundheit und Medizin· Rechtsstand 31.08.2026
Arzneimittel sind in Anlage 2 nicht aufgeführt - Deutschland besteuert Medikamente mit dem Regelsatz, auch verschreibungspflichtige.
Regelsatz nach § 12 Abs. 1 UStG. Rechtsgrundlage: § 12 Abs. 1 UStG
Warum 19 % für Verschreibungspflichtige Medikamente?
Verschreibungspflichtige Medikamente ist in keiner Nummer der Anlage 2 und in keiner Ermäßigung des § 12 Abs. 2 UStG genannt; eine Befreiung nach § 4 UStG greift ebenfalls nicht. Deshalb bleibt es beim Regelsatz nach § 12 Abs. 1 UStG.
Im Gesetz steht:
Die Steuer beträgt für jeden steuerpflichtigen Umsatz 19 Prozent der Bemessungsgrundlage.
Einordnung im Verzeichnis
In der Kategorie Gesundheit und Medizin sind 34 von 55 Produkten wie Verschreibungspflichtige Medikamente eingestuft; 21 mit 7 %.
So viel Mehrwertsteuer steckt im Preis von Verschreibungspflichtige Medikamente
Bei 19 % Mehrwertsteuer stecken in 10 € Bruttopreis 1,60 € Steuer, der Nettopreis liegt bei 8,40 €. Rechnen Sie Ihren eigenen Betrag um:
Beispiele für typische Preise
| Bruttopreis | darin MwSt (19 %) | Netto (19 %) |
|---|---|---|
| 1,00 € | 0,16 € | 0,84 € |
| 2,50 € | 0,40 € | 2,10 € |
| 5,00 € | 0,80 € | 4,20 € |
| 10,00 € | 1,60 € | 8,40 € |
| 25,00 € | 3,99 € | 21,01 € |
| 50,00 € | 7,98 € | 42,02 € |
| 100,00 € | 15,97 € | 84,03 € |
Formel: Netto = Brutto ÷ 1,19 · Mehrwertsteuer = Brutto − Netto. Zum großen MwSt-Rechner
Was das in der Praxis bedeutet
Beim Einkauf
Der Preis ist ein Bruttopreis: In 10 € für Verschreibungspflichtige Medikamente stecken 1,60 € Mehrwertsteuer. Der Kassenbon nennt den Satz, herausrechnen lässt er sich mit dem Rechner oben.
Für Unternehmen
Wer Verschreibungspflichtige Medikamente verkauft, führt 19 % auf den Nettopreis an das Finanzamt ab. Wer Verschreibungspflichtige Medikamente für sein Unternehmen einkauft und vorsteuerabzugsberechtigt ist, holt sich die ausgewiesene Steuer als Vorsteuer zurück.
Rechnung ohne Mehrwertsteuer
Kleinunternehmer nach § 19 UStG weisen keine Umsatzsteuer aus, auch nicht für Verschreibungspflichtige Medikamente; ihr Rechnungsbetrag ist zugleich Netto und Brutto. Dafür dürfen sie keine Vorsteuer ziehen.
Verschreibungspflichtige Medikamente im Vergleich mit verwandten Produkten
Alle 8 verwandten Produkte sind wie Verschreibungspflichtige Medikamente eingestuft.
| Produkt | MwSt-Satz |
|---|---|
| Verschreibungspflichtige Medikamente§ 12 Abs. 1 UStG | 19 % |
| Medikamente§ 12 Abs. 1 UStG | 19 % |
| Rezeptfreie Medikamente§ 12 Abs. 1 UStG | 19 % |
| Arzneimittel§ 12 Abs. 1 UStG | 19 % |
| Abnehmprodukte§ 12 Abs. 1 UStG | 19 % |
| Antibiotika§ 12 Abs. 1 UStG | 19 % |
| Aspirin§ 12 Abs. 1 UStG | 19 % |
| Erkältungsmittel§ 12 Abs. 1 UStG | 19 % |
| Globuli§ 12 Abs. 1 UStG | 19 % |
Häufige Fragen zur Mehrwertsteuer auf Verschreibungspflichtige Medikamente
Wie viel Mehrwertsteuer fällt auf Verschreibungspflichtige Medikamente an?
Auf Verschreibungspflichtige Medikamente fallen 19 % Mehrwertsteuer an (Regelsatz, § 12 Abs. 1 UStG). Bei 10 € Bruttopreis sind das 1,60 € Steuer und 8,40 € netto.
Gibt es für Verschreibungspflichtige Medikamente eine Ermäßigung auf 7 %?
Nein. Arzneimittel sind in Anlage 2 nicht aufgeführt - Deutschland besteuert Medikamente mit dem Regelsatz, auch verschreibungspflichtige.
Wie rechne ich die Mehrwertsteuer aus dem Preis von Verschreibungspflichtige Medikamente heraus?
Bei 19 %: Bruttopreis ÷ 1,19 = Nettopreis, die Differenz ist die Steuer. Bei 10 € Bruttopreis sind das 1,60 € Steuer und 8,40 € netto. Der MwSt-Rechner rechnet in beide Richtungen.
Wo steht das für Verschreibungspflichtige Medikamente im Gesetz?
§ 12 Abs. 1 UStG. Den Wortlaut zeigt die Norm-Seite, das Gesetz selbst steht bei gesetze-im-internet.de.